SWB-Krise offenbart ein völliges Versagen des Managements der Stadtwerke Bonn Verkehrsbetriebe

Pünktlich zum Schulbeginn wieder weniger statt mehr Bonner Stadtbahn-Fahrzeuge im Einsatz

Bonn/Rhein-Sieg-Kreis. Während sich die Fahrgäste Körper an Körper in den völlig überfüllten Fahrzeugen der Stadtbahn 66 quetschen, andere Fahrgäste im Regen stehen gelassen werden, während sie auf den Schienenersatzverkehr der 16/63 warten und dann an der Haltestelle stehen bleiben, weil der Solo-Bus – kein Gelenkbus – bereits überfüllt ist, gibt es von der SWB am letzten Freitag eine Ankündigung, dass die erste Bahn jetzt wieder in Betrieb kann und dann 2 Bahnen pro Tag folgen.

Überschrieben war dies mit „Entscheidend ist, dass wir transparent über die weiteren Fortschritte informieren“. Diese Transparenz mündete in der Mitteilung am Montagabend, dass statt 2 pro Tag in den letzten 3 1/2 Tagen nur eine weitere Bahn in den Betrieb gegangen ist. Dienstagnachmittag kam dann die Mitteilung, dass eine der zwei Bahnen wieder in die Überprüfung muss und die Überprüfung der weiteren Bahnen erstmal ausgesetzt wird. Jetzt am Dienstag später Nachmittag erscheint der Hinweis, dass der eingeschränkte Bahnverkehr bis Ende September anhalten wird.

Wir erinnern, am Anfang der Sommerferien kam es zur Stilllegung der 60 Bahnen durch die Technische Aufsichtsbehörde bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Die vollständigen Sommerferien wurden faktisch verschlafen, statt mit Hochdruck eine Lösung zu finden. Nun kurz vor knapp, heute fängt die Schule wieder an, wurde es hektisch. Doch einen wirklichen Plan für die kurzfristige Lösung der Krise und eine tatsächlich transparente Kommunikationsstrategie fehlt vollständig. Wer meint, dass die betroffene Politik oder auch die benachbarten Verwaltungen besser informiert sind, der irrt.

Wenn das Management einer Gesellschaft in einer Krise überfordert ist, muss der Eigentümer handeln. Dieser Eigentümer ist die Stadt Bonn bei der SWBV und die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis bei der SSB (Linie 66, 68 und 18). Doch an diesem Punkt ist der Bonner Verwaltungsspitze völlig abgetaucht.

„Was den Fahrgästen von der SWBV zugemutet wird, habe ich Dienstagmorgen um 8 Uhr in der Linie 66 nach Siegburg selber erlebt“, so Ingo Steiner, Fraktionsvorsitzender und Planungs- und Verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN Kreistagsfraktion Rhein-Sieg. „Auch montag im Versuch im strömenden Regen in einen SEV-Bus am Olof-Palme-Platz zu kommen, war ein Erlebnis. 20 Minuten warten, ein vollbesetzter Solo-Bus kommt und 30 Personen wollen noch rein.“

Es wird mehr und mehr deutlich, dass die Managementebene aktuell überfordert ist und dringend Unterstützung benötigt und die Bonner Stadtspitze stattdessen schweigt.

„Was wurde eigentlich in den 6 Wochen Sommerferien konkret unternommen, um die zeitnahe Wiederinbetriebnahme aller Stadtbahnen zu erreichen?“, diese Frage stellt sich Rolf Beu, langjähriges GRÜNES Ratsmitglied der Stadt Bonn. „Es wird dringend zu klären sein, wie es zu der mangelhaften Kommunikation vor allem gegenüber den Fahrgästen und das Fehlen eines mit ausreichendem Vorlauf vermittelten akzeptablen Ersatzangebotes kommen konnte.“

„Den GRÜNEN in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ist es in erster Priorität wichtig, dass die Fahrgäste wieder alle Stadtbahnen für ihre Wegstrecken nutzen können. Mangelhafter Bus-Ersatzverkehr ohne ausreichende Fahrgastinformation darf keine Alternative über Wochen in der Nachferienzeit bleiben“, so Steiner und Beu.